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So frühstückt die Welt

Frühstück in Korea – Haejang-guk

Ein koreanisches frühstück

Mit “Hangover Soup” gegen den Kater

Ich mache wieder einmal bei der Kulinarischen Weltreise von Volker mit. Jeden Monat wird von den teilnehmenden Bloggern ein anderes Land in den nahrhaften Fokus gestellt. Und, wie sollte es anders sein, ist bei mir dabei das Frühstück im Vordergrund. Im Oktober geht es um Korea.

Was frühstückt man in Korea?

Leider war ich noch nie in Korea, also musste ich mich bei meinen Recherchen auf Bücher, Internet und Bekannte verlassen. Die waren sich allerdings ziemlich einige: Frühstück, dass ist in Korea kein Thema. Und damit meine ich nicht, dass dort am Morgen nichts gegessen wird! Nur ist der Begriff „Frühstück“ in Korea scheinbar mehr Zeitbestimmung als spezielles Gericht. Und natürlich gibt es, wie fast überall, genug Leute, die früh am Tag überhaupt nichts essen. Wer etwas zu sich nimmt, der ißt oft dasselbe, was auch zu anderen Mahlzeiten gereicht wird. Eine Schale Reis, Stew oder Suppe, dann noch einige Beilagen. Ja, so eine Mahlzeit besteht in Korea aus vielen einzelnen Schüsseln. Und wenn ein Gericht am Morgen gegessen wird, dann zählt das rein der Zeit wegen als Frühstück. Die Speisen können am Abend die gleichen sein. Plus noch einige zusätzliche.

Ob Frühstück oder Abendessen – Hauptsache Reis. Und Suppe. Und Beilagen.

Westliche Frühstücke, vorrangig Cornflakes und andere Cerealien, werden zwar immer beliebter (schon allein der Geschwindigkeit der Zubereitung wegen) – trotzdem überwiegt in Korea die Tradition. Brot gibt es wenig, mittlerweile allerdings einige helle Backwaren, die sich teilweise als Frühstück einbürgern. Eine Art Sandwich mit Rührei zum Beispiel. Oder ein feines Brot, das dick mit Butter und Honig beschmiert wird. Und morgens beim Straßenhändler gekauft, geht das gerade für alleine lebende Koreaner deutlich schneller als das große Kochen früh am Tag.

Traditionelles Frühstück

Eine Mahlzeit in Korea besteht sehr oft aus diversen verschiedenen Speisen, die in einzelnen Schüsseln zur gleichen Zeit gereicht werden. Eine Portion Reis und eine Suppe oder reichhaltigeres Stew bilden das Zentrum. Zusätzlich gibt es diverse „Banchan“, Beilagen. Fleisch ist häufig, ebenso Fisch oder Meeresfrüchte und viel Gemüse. Wichtig sind eingelegte und fermentierte Gerichte, wie Kimchi. Daraus bildet sich dann die erste Mahlzeit des Tages, die man deshalb „Frühstück“ nennen kann.

Die Beilagen meines heutigen koreanischen Frühstücks sind klassisches Kimchi, eingelegte scharfe Gurke und Sesamspinat.

Eine Suppe gegen den Kater als beliebtes Essen am Morgen

Anscheinend ist in Korea Alkohol weiter verbreitet, als ich es mir vorgestellt hatte. Gerade Reisbier und Reisschnaps scheinen sehr beliebt zu sein und regelmäßig konsumiert zu werden. Kein Wunder also, dass eines der häufiger zum Frühstück servierten Gerichte eine Suppe extra gegen die Auswirkungen des vortäglichen Besäufnisses ist. Haejang-guk („guk“ bedeutet „Suppe) ist eine kräftige Brühe mit Einlage, die aus diversen verschiedenen Zutaten bestehen kann. Je nach Region gibt es einige Favoriten aber generell kann man scheinbar fast jede heiße und stark gewürzte Suppe zum Frühstück als Haejang-guk bezeichnen. Das ist vermutlich die koreanische Variante des Nudelsalates: 5 Leute haben mindestens 6 unterschiedliche Rezepte.

Meine europäisierte Haejang-guk

Zwar gibt es viele verschiedene Rezepte für dieses Katerfrühstück – oft sind die Zutaten in Deutschland nur mit Aufwand zu bekommen. Mein Rezept hier ist eine Variante aus zwei beliebten Suppen. Mir fehlte vorrangig das Ochsenblut, das ein wichtiger Bestandteil sein sollte. Ansonsten kann man zumindest in Großstädten viel Koreanisches in asiatischen Supermärkten finden.

Haejang-guk, koreanisches Katerfrühstück

Eine scharf-würzige Suppe nach koreanischem Vorbild, die traditionell als Katerfrühstück gilt.

Gericht Breakfast

Zutaten

  • 1 l Rinderbrühe
  • 150 g Suppenfleisch
  • 300 g Chinakohl
  • 3 EL koreanische Sojabohnenpaste
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 TL Sojasauce
  • 1 EL Sesamöl
  • 1/2 TL Chilipulver
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Salz

Anleitungen

  1. Die Brühe zubereiten. Wer Zeit hat, der kocht sich die Rinderbrühe frisch mit Rinderknochen – es geht natürlich auch gekauft und ist deutlich schneller. Frisch schmeckt allerdings oft besser.

  2. Den Kohl in mundliche Stücke schneiden und für 2 Minuten in kochendem Wasser garen. Dann abtropfen und das restliche Wasser auspressen. Mit der Paste, dem gepresstem Knoblauch, Sojasauce und Chili mischen und 15 Minuten marinieren lassen.

  3. Das Suppenfleisch in Stücke schneiden und in einem großen Topf anbraten. Dann das Kohlgemisch dazu geben und für eine halbe Minute rühren. Dann mit der Brühe aufgießen.

  4. Das ganze für 30 Minuten köcheln lassen. Dann mit weiterem Chili und Salz abschmecken, die Hitze reduzieren und noch 15 Minuten ziehen lassen.

  5. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden. Brühe in Schüsseln gießen und mit den Ringen bestreuen. Dazu gehört natürlich mindestens noch eine Schüssel Reis. 🙂 Guten Appetit!

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2 Kommentare

  1. Susanne 27. Oktober 2019

    Ich bin ja Team herzhaft, und diese Suppe ist genau mein Geschmack.

    Antworten
  2. Tina von Küchenmomente 27. Oktober 2019

    Liebe Melanie,

    andere Länder andere Sitten – das trifft hier ja ziemlich genau zu. Die Suppe hört sich wirklich lecker an, ob ich die zum Frühstück bräuchte…? Wenn ich einen richtigen Kater hätte wahrscheinlich schon 😉 .

    Herzliche Grüße
    Tina

    Antworten

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